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Der dritte Zug

Garten // Compiègne (60200)

Im Wald von Compiègne ist die Lichtung des Waffenstillstands einer der prägenden Orte des Ersten Weltkriegs: Am 11. November 1918 wurde hier der Waffenstillstand in einem Eisenbahnwagen unterzeichnet, der weltberühmt wurde. Der Garten des dritten Zuges, ein deutsch-französisches Projekt des Landschaftsarchitekten Marc Blume, des Künstlers Gilles Brusset und der Architektin Francesca Liggieri, gestaltet den Weg vom Parkplatz zur Lichtung und macht so den Gang, der der Entdeckung des Ortes vorausgeht, zu einem bleibenden Erlebnis. Im Unterholz zogen die drei Gestalter eine symbolische und bildhafte Parallele zwischen dem Verlauf der Schützengräben des Großen Krieges und den Formen, die die Fäden des Myzelnetzes in den Waldboden zeichnen. Ihnen gleich schlängeln sich die Gartenwege unter dem Blätterdach und umgrenzen gärtnerisch gestaltete Taschen, in denen der Waldbestand in Szene gesetzt wird. Zu diesem Wegegeflecht, einer regelrechten Einladung, das Unterholz zu erkunden, kommt eine lange, niedrige Bank hinzu, die ihrerseits zur Betrachtung einlädt: Besetzt mit mehreren Dutzend Spiegeln, durchquert ihre Horizontale den schattigen Ort und spiegelt Himmel und Laub – wie ein dritter Zug, der Zug des Friedens.

Status
Realisiert
Ort
Compiègne (60200)
Auftraggeber
art & jardins | Hauts-de-France
Auftrag
Friedensgarten für die Clairière de l’Armistice (FRANKREICH) – Waldlichtung des Waffenstillstandes (FRANKREICH)
Entwurf
Francesca Liggieri Architektin + Gilles Brusset Künstler + Marc Blume Landschaftsarchitekt
Jahr
2018
Fotografie
© Pierre-Yves Brunaud